Fallstudie aus der Vertriebspraxis

Sell-through im Modehandel steigern: eine Fallstudie aus der Praxis

Knapp drei Jahre verantwortete ich den Vertrieb zweier internationaler Premium-Modemarken in einem europäischen Markt mit einem zweistelligen Millionenumsatz. Die Herausforderung: mehr Ware zum regulären Verkaufspreis verkaufen, Überbestände reduzieren und die Profitabilität verbessern.
Ganze Erklärung im GlossarDiese Fallstudie zeigt, wie ich Sortimentsplanung, Warensteuerung, Preisstrategie und Vertriebsführung miteinander verknüpft habe, um den Abverkauf systematisch zu verbessern.

Sell-through (Abverkaufsquote) ist der Anteil der an den Handel gelieferten Ware, der an Endkunden verkauft wird. Im Glossar

Rahmen
Branche
Premium-Mode
Marken
Zwei internationale Marken
Markt
Europäischer Markt
Dauer
Knapp drei Jahre
Verantwortung
Operativer Vertrieb mit Ergebnisverantwortung
Volumen
Zweistelliger Millionenbetrag

Rahmendaten zur Einordnung. Ergebnisse folgen.

Ausgangssituation

Ein Markt, geführt wie ein eigenes Unternehmen

Im Modehandel werden Sortimente und Bestellmengen häufig Monate vor Saisonbeginn festgelegt. Wird zu viel oder die falsche Ware bestellt, entstehen Überbestände, Preisreduzierungen und wirtschaftliche Risiken. Ganze Erklärung im Glossar

Meine Aufgabe war es, den Vertrieb nicht ausschließlich nach Umsatz, sondern auch nach Profitabilität und Abverkauf zu steuern.

Die zentrale Frage: Wie können wir mehr Ware zum regulären Verkaufspreis verkaufen und gleichzeitig wirtschaftlicher arbeiten?

Maßnahmen

Von der Kennzahl zur Entscheidung

Um den Abverkauf zu verbessern, habe ich fünf miteinander verbundene Maßnahmen umgesetzt. Entscheidend war, Verkaufsdaten systematisch auszuwerten und daraus konkrete Entscheidungen für Sortiment, Bestellmengen, Verkaufsflächen und Preise abzuleiten.
‍
So wurden Kennzahlen nicht nur dokumentiert, sondern aktiv zur Steuerung des Geschäfts eingesetzt.

01

Sortiment nach Marge planen

Für jede Produktkategorie und Preisstufe untersuchte ich, wie viel Marge entsteht. Entsprechend habe ich das Sortiment der nächsten Saison zusammengestellt.

Kennzahl

DeckungsbeitragUmsatz minus der direkten Kosten eines Produkts oder einer Kategorie.Ganze Erklärung im Glossarje Kategorie

Entscheidung

Welche Kategorien mehr oder weniger Platz im Sortiment bekommen

02

Bestellungen an den Abverkauf koppeln

Die Bestellmengen habe ich an die Verkaufszahlen aus dem Handel gekoppelt. Ich habe Kollektionen optimiert und Bestellungen auf mehrere Liefertermine verteilt. Das senkt das Risiko von ÜberbeständenWare, die über den erwarteten Absatz hinaus eingekauft wurde.Ganze Erklärung im Glossar.

Kennzahl

Sell-in zu Sell-outSell-in: Ware, die an den Handel geht. Sell-out: Ware, die der Handel an Endkunden verkauft.Ganze Erklärung im Glossarund Sell-through zum vollen Preis

Entscheidung

Ordermenge, NachbestellungenEine Bestellung während der laufenden Saison.Ganze Erklärung im Glossarund Liefertermine

03

Verkaufsflächen nach Ertrag bewerten

Jeden VerkaufspunktJeder Ort, an dem Ware an Endkunden verkauft wird.Ganze Erklärung im Glossarhabe ich mit denselben drei Kennzahlen bewertet. Fläche und Unterstützung wurden den Standorten mit dem höchsten Ertrag zugewiesen.

Kennzahl

Umsatz pro m²Umsatz einer Verkaufsfläche geteilt durch ihre Größe.Ganze Erklärung im Glossar, LagerumschlagWie oft der Lagerbestand in einem Zeitraum verkauft und ersetzt wird.Ganze Erklärung im Glossar, ReduzierungsquoteWie viel der Ware oder des Umsatzes mit Nachlass verkauft wird.Ganze Erklärung im Glossar

Entscheidung

Wo Fläche, Ware und Unterstützung zugewiesen werden

04

Eine Preislogik für alle Kanäle

Ich habe die Preise in allen Vertriebskanälen an der Positionierung der Marken ausgerichtet und Preiskonflikte zwischen den Kanälen geklärt. Für Reduzierungen galten feste Regeln.

Kennzahl

Reduzierungsquote

Entscheidung

Wann, wo und wie stark reduziert wird

05

Alle Bereiche im selben Takt

Ich habe einen festen Rhythmus eingeführt, in dem sich Vertrieb, Planung, Logistik, Marketing und Finanzen abstimmten. Bei jeder Übergabe war klar, wer was bis wann liefert. Kampagnen richteten sich nach den Wochen, in denen die Ware im Handel verkauft wird.

Grundlage

Fester Abstimmungsrhythmus und klare Übergaben

Ergebnis

Abverkaufsquote zum regulären Verkaufspreis gesteigert

+8–12Prozentpunkte

Ein größerer Anteil der gelieferten Ware wurde
vor dem Sale zum vollen Preis verkauft.

So ist die Zahl zu lesen
Kennzahl
Abverkaufsquote zum vollen Preis
Einheit
Prozentpunkte
Zeitraum
Über knapp drei Jahre
Messbereich
Beide Marken, alle Produktkategorien
Was bedeuten Prozentpunkte?

Steigt die Abverkaufsquote beispielsweise von 50 % auf 60 %, sind das 10 Prozentpunkte mehr. Im Glossar

Praxis vor Theorie

Was bedeutet das wirtschaftlich?

Ein höherer Abverkauf zum regulären Verkaufspreis kann die Wirtschaftlichkeit im Modehandel deutlich verbessern.

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Wenn mehr Ware vor dem Sale verkauft wird, sinkt der Bedarf an Preisreduzierungen. Gleichzeitig können Überbestände und gebundenes Kapital reduziert werden.

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Für Unternehmen bedeutet das: bessere Voraussetzungen für stabile Margen, effizientere Warenplanung und profitables Wachstum.

Für wen der Ansatz passt

Was vergleichbare Unternehmen daraus mitnehmen

Der Ansatz passt zu Unternehmen, die über den Handel verkaufen und ihr Sortiment im Voraus planen. Zum Beispiel Marken aus Mode, Lifestyle und Konsumgütern mit 5 bis 100 Millionen Euro Umsatz.

01

Der Umsatz ist bekannt, die Marge nicht

Es fehlt der Überblick, welche Kategorien, Kunden und Flächen profitabel sind.

02

Viel Ware wird reduziert verkauft

Der Handel bestellt, doch am Saisonende geht ein großer Teil mit Nachlass weg.

03

Preise werden je Kunde verhandelt

Es gibt keine gemeinsame Preislogik über die Kanäle und keine festen Regeln für Reduzierungen.

04

Jeder Bereich plant für sich

Vertrieb, Planung und Marketing arbeiten mit eigenen Zahlen und ohne gemeinsamen Takt.

Erstgespräch vereinbaren30 Minuten. Kein Pitch.
Glossar

Glossar und FAQ

Fachbegriffe und häufige Fragen, kurz erklärt.

Sell-throughauch: Abverkaufsquote+

Der Anteil der an den Handel gelieferten Ware, der in einem Zeitraum an Endkunden verkauft wird. Gerechnet wird: verkaufte Menge geteilt durch gelieferte Menge, mal 100.

Beispiel: Von 100 gelieferten Teilen werden 60 verkauft. Der Sell-through liegt bei 60 %. Der Sell-through zum vollen Preis zählt nur die Ware, die vor dem Sale ohne Nachlass verkauft wurde.

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Sell-in und Sell-out+

Sell-in ist die Ware, die ein Hersteller an den Handel verkauft und liefert. Sell-out ist die Ware, die der Handel an Endkunden verkauft.

Der Vergleich beider zeigt, ob die Ware im Handel verkauft wird oder im Lager liegen bleibt.

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Deckungsbeitrag+

Umsatz minus der Kosten, die direkt am verkauften Produkt hängen, etwa der Wareneinsatz. Der Deckungsbeitrag zeigt, was ein Produkt, eine Kategorie oder ein Kunde zur Deckung der Fixkosten und zum Gewinn beiträgt.

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Marge+

Der Unterschied zwischen Verkaufspreis und Kosten. Meist wird sie als Prozentsatz vom Verkaufspreis angegeben.

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Ergebnisverantwortungauch: P&L-Verantwortung+

Verantwortung für die Gewinn- und Verlustrechnung eines Bereichs, also für Umsatz, Kosten und Ergebnis. Wer sie trägt, wird am Ergebnis gemessen. Der Umsatz ist dabei eine Größe.

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Nachorder bzw. Nachbestellung+

Eine Bestellung während der laufenden Saison, zusätzlich zur Vororder. Damit lässt sich Ware nachliefern, die sich gut verkauft.

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Überbestand+

Ware, die über den erwarteten Absatz hinaus eingekauft wurde. Sie bindet Kapital und wird oft später reduziert verkauft.

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Verkaufspunktauch: Point of Sale+

Jeder Ort, an dem Ware an Endkunden verkauft wird, etwa ein Geschäft, eine Shop-in-Shop-Fläche oder ein Onlineshop.

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Umsatz pro m²auch: Flächenproduktivität+

Der Umsatz einer Verkaufsfläche geteilt durch ihre Größe in Quadratmetern. So lassen sich Standorte unterschiedlicher Größe vergleichen.

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Lagerumschlag+

Gibt an, wie oft der durchschnittliche Lagerbestand in einem Zeitraum verkauft und ersetzt wird. Ein hoher Lagerumschlag heißt: Die Ware liegt kurz und bindet wenig Kapital.

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Reduzierung und Reduzierungsquoteauch: Markdown+

Eine Preisreduzierung ist ein Nachlass auf den ursprünglichen Verkaufspreis einer Ware.
Die Reduzierungsquote kann beispielsweise den Anteil der mit Rabatt verkauften Artikel oder Umsätze beschreiben. Davon zu unterscheiden ist die durchschnittliche Höhe der gewährten Preisnachlässe.
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Für eine aussagekräftige Analyse müssen Berechnungsgrundlage und Betrachtungszeitraum einheitlich definiert sein.

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Prozent und Prozentpunkte+

Prozentpunkte beschreiben den Abstand zwischen zwei Prozentwerten. Prozent beschreiben die Veränderung im Verhältnis zum Ausgangswert.

Beispiel: Steigt die Abverkaufsquote von 50 % auf 60 %, sind das 10 Prozentpunkte mehr. Gemessen am Ausgangswert wären es 20 Prozent.

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Wie lässt sich die Abverkaufsquote im Modehandel steigern?+

Durch eine datenbasierte Sortimentsplanung, bedarfsgerechte Bestellmengen, regelmäßige Analyse der Verkaufszahlen und eine klare Preisstrategie. Entscheidend ist, die tatsächliche Nachfrage im Handel systematisch in operative Entscheidungen zu übersetzen.

Warum ist der Abverkauf zum regulären Verkaufspreis wichtig?+

Je mehr Ware ohne Preisreduzierung verkauft wird, desto geringer ist der Rabattdruck. Das verbessert die Voraussetzungen für stabile Margen, reduziert potenzielle Überbestände und unterstützt eine wirtschaftliche Warensteuerung.

Meine individuelle Vorgehensweise

Was mich auszeichnet

Ich komme nicht aus der klassischen Unternehmensberatung, sondern aus über 15 Jahren operativer Vertriebs- und Führungsverantwortung in internationalen Fashion-, Lifestyle- und Consumer-Goods-Unternehmen. In dieser Zeit habe ich internationale Märkte entwickelt, Key Accounts aufgebaut, Jahresverhandlungen geführt und Verantwortung für mehrstellige Millionenbudgets getragen.

Operativ

Operativ statt theoretisch

Ich habe selbst verhandelt, nicht nur beraten.

Branchenspezifisch

Fashion, Lifestyle und Consumer Goods

Keine generischen Ansätze, sondern echte Branchenerfahrung.

Umsetzungsnah

Strukturen fürs Tagesgeschäft

Praktische Lösungen statt rein konzipierter Ansätze.

Bereit für mehr Klarheit?

Ein Gespräch. 30 Minuten. Kein Verkaufsdruck. Wir schauen gemeinsam, ob und wie ich euch unterstützen kann.

Kein Skript. Kein Trichter. Kein einstudiertes Verkaufsgespräch. Sondern ein ehrlicher Austausch über euer Unternehmen und die Frage, was sich konkret verändern soll.

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